Meine Ausbilder hatten die Idee, einen heißen Draht zu bauen. Sie baten mich darum, mir Gedanken über die Planung und Durchführung eines solchen Projektes zu machen.

Einzige Vorgabe war, dass der heiße Draht das Logo von NETZSCH darstellen sollte.

GravoglAnfangs war ich mir relativ sicher, dass ein heißer Draht keine besonders schwierige Aufgabe sein würde. Man muss doch nur einen Draht biegen und ein kurzes Programm für einen Mikrokontroller schreiben. Doch da ahnte ich noch nicht, welche Ausmaße dieses Projekt annehmen würde…

Ich habe mit der Programmierung begonnen. Jedoch mit der Annahme, dass es reicht, dass ein Signal generiert wird, wenn man den Draht berührt. Dabei kam mir der Einfall, dass ein Timer, der die Zeit misst, alles spannender machen würde.

Im Laufe des Projektes bekam ich von Ausbildern und Azubis immer weitere Ideen und Denkanstöße. So integrierte ich noch ein Display für die Zeitanzeige.

Am Ende der Programmierarbeiten setzte ich mich an die Zeichnung des Logo, um NETZSCH mit dem heißen Draht darstellen zu können. Nach unzähligen Skizzen und immer neuen Ratschlägen von anderen, entschied ich mich schließlich für einen Entwurf und begann den Draht in Form zu bringen. Nachdem der erste Versuch zu klein und der zweite Versuch fehlerhaft war, beschloss ich die Schrift nochmals zu ändern und die Buchstaben in einer Art Comic-Stil zu formen. Da diese Buchstaben nun nichtmehr frei schwebend gestaltet werden konnten, musste ich in Zusammenarbeit mit  den Mechanik-Azubis Stützen zur Stabilisierung anfertigen.

Anschließend stand ich wieder vor einem Problem. Der heiße Draht wurde durch die Stützen unterbrochen, so musste der Führungsstab mehrere Male aus- und wieder eingefädelt werden. Also benutzte ich zunächst Näherungssensoren, um das Programm bei den Übergängen aus- und wieder einzuschalten. Diese waren allerdings zu ungenau. Deshalb versuchte ich es  anschließend mit Hall Sensoren, die auch kleine Probleme mit sich brachten. Letztendlich  entschied ich mich für Endschalter, mit denen sollte alles funktionieren! Jedoch musste ich jetzt das Programm nochmals anpassen.

Der Führungsstab und die Bodenplatte wurden von den Mechanikern angefertigt und ich konnte letztendlich die fertigen Komponenten zusammenbauen und verdrahten. Da der Kupferdraht nach einiger Zeit anlief wurde dieser noch vernickelt.

So entwickelte sich das anfangs einfache Projekt nach und nach zu einer Herausforderung, die ich mit Hilfe vieler guter Ideen letztendlich erfolgreich meistern konnte. Inzwischen wird der heiße Draht auf Ausbildungsmessen ausgestellt und ist bei Interessierten sehr beliebt.

Beitrag verfasst von Benedikt.